Leben in Hannover: list

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Weinhaus Rehwinkel – Dem edlen Tropfen verpflichtet!

18.02.10 | Richard Birkefeld
Schon seit 1897 versorgt die Traditionsweinhandlung Rehwinkel die Hannoveraner mit edlen Tropfen. Auf der Lister Meile gelegen - zwischen Wedekind- und Drostestraße - bietet das Ladengeschäft nicht nur namhafte Rotweine aus vier Kontinenten an, sondern auch herrlich spritzige und preiswerte Weißweine aus kleineren Winzerbetrieben vom Rheingau, aus Baden und der Pfalz.
Wein, Weinhandlung, Hannover
Weine aus aller Welt, Foto: R. Birkefeld

Die charakterstarken Kapweine mit Rupert & Rothschild sind genauso vertreten, wie die chilenischen Klassiker mit Los Vascos und anderen edlen Tropfen aus den Weinbauregionen von Maipo, Rapel und Acongagua. Die Australier sind u.a. mit Penfolds und Rosemount auf Lager.

Schwerpunkte bilden aber die französischen und italienischen Rotweine, die neben dem umfangreichen deutschen Angebot die größte Auswahl bieten.

Neben den zahlreichen französischen Weingegenden, lockt vor allem der Bordeaux vom bezahlbaren Cru Burgeois bis hin zum 1er Cru Classé à la Chateau Latour zur Verkostung.

Die italienischen Weinanbaugebiete reichen vom Piémont über Ligurien, Lombardei, Trentino, Emilia Romagna und die Toscana bis hin zum fruchtigen Nero d'Avola und Nerello Mascalese aus Sizilien.

Jürgen Behnke, der[...]

Der Pavillon - Kultur im alten Kaufhaus

10.02.10 | Susanne Mischke
Seit 1977 gibt es den Pavillon am Anfang der Lister Meile und unweit des Hauptbahnhofs. Das nicht unbedingt schöne, aber doch markante Gebäude mit der Fotovoltaikanlage (400 qm) auf dem Dach gehört zu den größten Kultureinrichtungen Hannovers und ist eines der ältesten „soziokulturellen Zentren“ Deutschlands.
Pavillon Hannover, Kulturzentrum
Der Pavillon - liebenswerter Kultur-Tempel Foto:Pavillon

1976 gründete sich die Bürgerinitiative Raschplatz e.V. und erstritt 1977 die Nutzung einer leer stehenden 5000 qm großen Kaufhaushalle, damals Defaka-Pavillon genannt. Die Initiatoren hatten ihre Wurzeln in den neuen sozialen Bewegungen der 70er und 80er Jahre, z. B. in der Frauenbewegung, dem Widerstand gegen Atomtechnologie und in der Friedensbewegung. Die heutige Herausforderung sehen die Betreiber in der Sicherung einer auch in Zukunft demokratischen Stadtgesellschaft und einer solidarischen Gesellschaft.

Im Pavillon finden derzeit jährlich etwa 350 öffentliche Kulturveranstaltungen statt. Er bietet Bühnen und Räume für Konzerte, Theater, Kongresse, Discoabende, Kulturfeste, Partys oder Lesungen, er ist Markt- oder Messeplatz, Tagungshaus oder Forum, Treffpunkt oder[...]

Rund um den Lister Turm!

05.01.10 | Richard Birkefeld
Ecke Walderseestraße/Bernadotte Allee steht wohl eines der schönsten Jugendstil-Gebäude der List. Der Lister Turm beherbergt nicht nur im Parterre die Wein- und Bierstube „Taverne Odysseus“ mit ihrem urigen Hermann-Löns-Saal, sondern auch das örtliche Freizeitheim, das mit den unterschiedlichsten kulturellen Angeboten lockt. Der Große Saal eignet sich für Theateraufführungen und fasst über 400 Personen. Doch das sommerliche Schmuckstück ist natürlich der Biergarten.
Lister Turm und Biergarten (Foto: R. Birkefeld)

Schon Anfang des 17. Jahrhunderts wurde der Forstschänke „List“ die Schankerlaubnis erteilt. Sie etwickelte sich in den folgenden 200 Jahren zu einem Bier- und Kaffeegarten mit über 3000 Sitzplätzen und wurde eines der beliebtesten Ausfflugsziele der Hannoveraner. Die „Großen Garten-Konzerte“ fanden jeden Sonntag statt und in den Räumlichkeiten konnte man sich beim Preiskegeln vergnügen.

Am 1. Mai 1898 wurde nach großem Umbau der „neue“, der heutige Lister Turm eröffnet, der sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreute. Die Tanzveranstaltungen in den 20er Jahren sind ebenso legendär, wie die Erschießungen zweier Reichsbannerleute vor dem Gebäude im Februar 1933 durch die Nazis. Eine Gedenktafel erinnert an dieses blutige Ereignis.

Legendär auch die 1. Mai-Feiern in den 70er und 80er Jahren auf[...]

Plümecke – Die Mutter aller Kneipen

07.12.09 | Richard Birkefeld
Was muss eine Kneipe Besonderes haben, die seit 1888 nicht mehr renoviert, nur hin und wieder übergestrichen wurde; die ein Mobiliar von anno Tuckundünnebier aufweist und im leeren Zustand aussieht wie der Wartesaal im Bahnhof von Klein-Heide? Welche Anziehungskraft muss eine solche Kneipe haben, die es schafft, jahrzehntelang von Montag bis Freitag ein Publikum an sich zu binden, dass Stein und Bein schwört, im Plümecke die Mutter aller Kneipen gefunden zu haben?
Das Plümecke in der Vossstraße/List Foto: R. Birkefeld

Natürlich liegt es an den gleichbleibend sagenhaft günstigen Preisen, natürlich liegt es auch an den Wirtsleuten Brigitte und Klaus, wie es auch an ihren Vorgängern Elschen und Horst gelegen hat, dass der Laden nicht nur in der List, sondern auch in ganz Hannover seine Stammgäste begeistert. Und natürlich liegt es an der legendären Curry-Wurst und ihrer speziellen Soße, die schichtenübergreifende Begeisterung auszulösen versteht. Ex-Kanzler Schröder bekleckerte, während seine damalige Frau Hillu den Flipper-Automaten malträtierte, seine Krawatte hier ebenso wie Jürgen Trittin und andere Großkopferten aus Politik, Geisteswissenschaften, Kunst und Unterhaltung.

Während der Nazizeit war Plümecke – man höre und staune – ein Sturmlokal der SA, das sich aber nach dem Kriege über eine typische[...]

Die Meile - Lebensader von List und Oststadt

02.12.09 | Richard Birkefeld
Vom Zentrum einmal abgesehen, gibt es in der ganzen Stadt nichts Vergleichbares. Weder die Limmerstraße, noch der Engelbosteler Damm, weder die Vahrenwalder- noch die Hildesheimer Straße sind in der Lage, die Kriterien zu erfüllen, die einen Stadtteilkiez auszeichnen. Im Grunde ist die knapp eineinhalb Kilometer lange Fußgängerzone vom Bahnhof bis zum Lister Platz nicht nur eine Erweiterung der City, sondern Lebensader, Laufsteg, Flaniermeile und Aushängeschild der Stadtteile List und Oststadt.
"Shoppen und flanieren..." Foto: R. Birkefeld

Jeden Wochentag eilen oder bummeln Tausende von Menschen unbelästigt vom Verkehr die Meile hoch und runter, suchen die zahlreichen Cafés oder Restaurants auf, begutachten die Auslagen der Boutiquen, Schnick-Schnack- und Lifestyle-Läden, lassen sich von den Angeboten der Schuhgeschäfte verführen oder suchen anspruchsvolle Zerstreuung in Buchgeschäften oder Antiquariaten.

Die Meile bietet für alle Altersgruppen etwas, sorgt mit dem Wochenmarkt zwischen Celler- und Sedanstraße für die Rumdumversorgung des täglichen Lebens, steht für belebte und gelebte Straßenkultur, ist im Sommer ein Paradies für Kinder, die den Brunnen an der Körtingstraße zum Badeplatz oder den Weißekreuzplatz zur Spielwiese umfunktioniert haben. Und auch der Weihnachtsmarkt in diesen Tagen stellt wieder einmal mehr die[...]

Linden - List - Südstadt!

03.11.09 | Susanne Mischke
Als ich meinen Umzug vom Land in die Stadt plante, war für meine Freunde klar: „Du musst nach Linden ziehen.“ Linden, das ist das Kreuzberg von Hannover. Das Kreuzberg der Achtziger, wohlgemerkt.
Hannover-Südstadt, Wochenmarkt, Stephansplatz
Wochenmarkt am Stephansplatz. Foto: S. Mischke Foto: Susanne Mischke

Die Lindener fühlen sich in ihrem Stadtteil so dermaßen wohl, dass das Überqueren von Leine oder Ihme ohne triftigen Grund als Hochverrat gilt. Nur im quirligen, weltoffenen, linken, grünen, Multikulti-Linden, dem Linden mit den vielen Kneipen und den pittoresken Kiosken, nur dort also kann man als Kulturschaffende, Kreative angemessen leben.

Nordstadt? Zu trashig. Herrenhausen? Kein Thema. Allerhöchstens geht noch die List, aber eigentlich ist die List schon zu yuppie, zu trendy, zu Schickimicki, zu latte-macchiatisiert. Gibt natürlich, zugegeben, ein paar sehr schöne Altbauwohnungen dort, und ein paar angesagte Kneipen, ja, okay. Also wenn in Linden gaaar nichts geht, dann ist die List gerade noch akzeptabel.

Seit vier Monaten wohne ich in der Südstadt.

„Was? Du ziehst in die Südstadt?“[...]

Ein Blog über das Leben in Hannover

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