Er ist wohl Hannovers schönste letzte Ruhestätte - der zwischen 1861 und 1864 von Stadtbaumeister Ludwig Droste angelegte Engesohder Friedhof an der Orli-Wald-Allee zwischen Hildesheimer Straße und dem Maschsee.
Dort liegt das hannoversche Bürgertum begraben, dort fanden die bekannten Söhne und Töchter der Stadt ihre Grabstätten und Gedenksteine. Vom Maler Kurt Schwitters oder dem Lyriker Karl Krolow, von Karl Jatho, dem Flugpionier über die Ausdruckstänzerin Yvonne Georgi bis zu Ernst von Bandel, dem Erbauer des Hermann-Denkmals an der Porta Westfalica, erzählen die Grabsteine von der ehemaligen Existenz ihrer berühmten Toten.
Aber es sind nicht nur die Gräber der namhaften Hannoveraner, die den Engesohder Friedhof so anziehend machen, es sind die unzähligen Familien-Grabstätten an den Hauptwegen, die hauptsächlich noch aus der Kaiserzeit stammen. Da findet man Denkmäler aller Art und reichster Abwechslung aus Sandstein, Marmor oder Granit, insbesondere Kreuze, Stelen, Obelisken, Denksäulen mit Urnen oder Figuren, Gedenktafeln, Sarkophage und dazwischen immer wieder die gewaltigen Gruftgebäude, deren neoklassizistische Gestaltungen so wunderschön mit der parkähnlichen Begrünung des Friedhofes harmonieren.
An heißen Sommertagen sind die Bänke in Engesohde mit Schattensuchenden belegt, die sich in der Kühle der Begräbnisstätte in die Lektüre ihrer Bücher vertiefen. Auch ein Spaziergang über den Friedhof ist zu empfehlen. Es ist nicht nur eine Reise zu Hannovers bekannten Persönlichkeiten, sondern auch ein nostalgisch-morbides Erlebnis über vergangene Friedhofskultur.
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