Gelati und Bücherschrank am Fiedeler Platz

07.05.10 | Susanne Mischke
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Eisdiele am Fiedeler Platz
Literatur für alle Besucher der Eisdiele am Fiedeler Platz: der Bücherschrank. Foto: S.Mischke

Auch wenn sich der Frühling dieses Jahr sehr bitten lässt – ein paar warme Tage gibt es ja immer wieder mal, und schon bekommt man Lust auf ein Eis bei Bruno.

Bruno heißt offiziell "La gelateria" und ist die Eisdiele am Fiedeler Platz in Döhren. Jedes Jahr Ende Februar wird das Aufleuchten der großen Neon-Eistüte von den Bewohnern Döhrens sehnlich erwartet. Das ist das Zeichen: der Winter ist bald vorbei. Zum Glück verzichtet Bruno auf abenteuerliche Sorten wie Knoblauch-Eis oder dergleichen Unfug, sondern bietet solide italienische Eiskunst zu 70 Cent die Kugel. Meine Lieblinssorten sind Melone und Haselnuss, am liebsten mit einem Klecks Sahne. An warmen Tagen sind draußen alle Tische besetzt und eine große Traube von Eishungrigen blockiert den Bürgersteig.

Aber Brunos Eisdiele am Fiedeler Platz ist dort nicht der einzige Anziehungspunkt. Die kleinen Kinder zieht es zum Spielplatz mit Klettergerüst, die Größeren bolzen auf der freien Sandfläche mit Fußbällen herum oder drehen Runden mit ihren coolen Bikes. Seit kurzem hat der Platz aber noch eine weitere Attraktion: Einen Bücherschrank. Ein hübsches braunes Möbel mit aufklappbaren Scheiben auf jeder Seite, in das die Bürger ihre überzähligen Romane und Sachbücher stellen können – damit andere sie ausleihen und/oder behalten können. Eine unkonventionelle Bibliothek also. Ich finde, das ist eine großartige Idee, hat man bei Bruno nun doch immer gleich etwas zu lesen. Außerdem weiß ich jetzt, wo ich überzählige Autorenexemplare los werden kann. Das Sortiment gleicht ein wenig den "Bibliotheken" in Urlauber-Hotels, wo die ausgelesenen Werke zurückbleiben um den Souvenirs im Koffer Platz zu machen. Auch Buchclubliteratur aus den 60ern und 70ern ist gut vertreten.

Bunt und interessant ist diese Mischung, Anspruchsvolles steht direkt neben Trivialem, Krimi neben Schmonzette in friedlicher Nachbarschaft, auch ein paar Kinderbücher sind dabei, aber vergleichsweise wenig. Unvermeidlich in solchen Sammlungen ist der gute alte Konsalik und natürlich Rosamunde Pilcher. Aber man findet auch Jane Fielding-Krimis. Bleibt nur zu hoffen, dass der Schrank lange unversehrt und von Vandalen verschont bleibt.

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