Die Wohlfühlstadt in Zahlen

Jetzt haben wir es schriftlich. Der Oberbürgermeister hat eine aufwändige Studie zur Zufriedenheit von Hannovers Bürgern in Auftrag gegeben, und nun liegt das 250 Seiten starke Werk vor. Um es vorweg zu nehmen: Die Hannoveraner sind mit ihrer Stadt sehr zufrieden, denn 88% der Bevölkerung lebt gern oder sehr gern in dieser Stadt, womit man im Städtevergleich in der Spitzengruppe liegt. Nun aber weiß man auch, wie sich diese Zufriedenheit verteilt.
08.03.10 | Susanne Mischke
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Hinterhofidyll in der Südstadt Foto:S. Mischke

Am glücklichsten sind die Menschen laut der Studie im Stadtteil Zoo (95%), Kirchrode (94%) und in Waldhausen (94%), was wohl niemanden wundert. Aber auch Wülferode im äußersten Südosten erreicht einen Zufriedenheitswert von 94%, gefolgt von Isernhagen-Süd mit 90% und den Stadteilen Südstadt und Oststadt mit 89%. In Linden Nord und Linden-Mitte ist man mit 84 und 85% auch nicht unzufrieden mit der Lebensqualität, jedoch leben nur 53% der Bewohner von Linden-Süd gerne in ihrem Kiez. Die niedrigsten Werte haben Hainholz (21%), Stöcken im äußersten Nordosten mit 31% und Mittelfeld mit 44%.

Speziell mit „ihrem“ Viertel glücklich sind im Schnitt 77% der Hannoveraner. Am meisten wurde über „Verkehrsprobleme“ geklagt –Baustellen, Staus etc. Dies Problem wird Oberricklingen und Wettbergen am schlimmsten empfunden.Für neun Prozent der Hannoveraner stellen Kriminalität und fehlende Sicherheit ein Problem dar. Dies wird vor allem in Vahrenheide (19%) und in Stöcken (15%) so empfunden. 94% der Befragten fühlen sich tagsüber sicher, in Hainholz allerdings nur 66%. Abends gehen noch 70% der Hannoveraner beruhigt auf die Straße, vor allem im Zooviertel, in Waldheim und in Kirchrode. In Hainholz (25%), Mühlenberg (30%) und Sahlkamp (33%) geht man dagegen abends eher mit einem unguten Gefühl raus. Bemerkenswerterweise beschäftigt das Thema Sicherheit die jüngeren Bevölkerungsgruppen von 18-29 (11%) am meisten.

Die Hannoveraner lieben ihre Grünflächen, 21% betrachten das viele Grün als den größten Vorzug der Stadt. Vor allem freut man sich in Waldhausen, Kleefeld, Waldheim und Herrenhausen über die Möglichkeit zum Auslauf in der Natur. Nicht dagegen in Bornum und Hainholz. Als nächstes schätzt der Hannoveraner die gute Verkehrsanbindung (19%). Das sehen vor allem Leute aus Hainholz, Leinhausen und Misburg-Süd so. Am meisten Schwierigkeiten beim Parken haben die Bewohner der List, der Südstadt und der Oststadt. Gute Einkaufsmöglichkeiten lobt man in Vahrenwald, Wülfel, Bothfeld und Ahlem. Unzufrieden mit dem Einkaufsangebot sind die Bürger von Waldheim, Waldhausen, Zoo und Bult – was wohl auch an der Altersstruktur in diesen gediegenen Vierteln liegen mag.

Am meisten Lärm gibt es in allen Stadtteilen Lindens, in Mitte, in Ricklingen, der Nordstadt und Hainholz. Ruhe herrscht in Wülferode, im Heideviertel, in Ledeburg/Nordhafen und erstaunlicherweise in Bornum.

Am zufriedensten mit den eigenen vier Wänden ist man im Nobelvorort Isernhagen-Süd, in Wülferode, Ahlem, Lahe und Seelhorst. Das Gegenteil sagt man in Linden-Süd, Limmer und Vahrenwald.

Die Innenstadt für sich betrachtet wird nicht so positiv beurteilt. Nur 58% finden sie sehr gut oder gut. Die Kritiker sind mit der „architektonischen Gestaltung“ nicht einverstanden.

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