Im Laufe der Kaiserzeit, hauptsächlich aber am Ende des 19. Jahrhunderts bauten sich die wohlhabenden Hannoveraner in Kleefelds schönster Lage ihre prächtigen Gründerzeit- und Jugendstilvillen. Das zunehmende ökonomische Verwertungsinteresse an den City-Immobilien, vor allem in der Ernst-August-Stadt, führte zu einer Stadtflucht der Vermieter. Wer es sich leisten konnte, ließ sich nun in Kleefeld nieder, und wusste die Eilenriedenähe und die parkähnliche Landschaft des Tiergartens zu schätzen.
Die Straßen nannten die Villenbesitzer nach den größten deutschen Denkern: Kant, Schopenhauer, Hegel, Kaulbach, Fichte, Schleiermacher, Eckermann, Schelling und Herder.
Geld und Geist sollten eine Symbiose eingehen und vom Erfolg der protestantischen Arbeitsethik sowie der bürgerlichen Tugenden verkünden.
Bis heute ist das Viertel ein Refugium für Besserverdienende, die es sich leisten können, auf Cafés, Restaurants oder Einkaufsmöglichkeiten zu verzichten. Eine derartige Infrastruktur ist in den zumeist denkmalgeschützten Häusern auch nicht zu etablieren. Die Fichtestraße 8 glänzt beispielsweise mit dem preisgekrönten Haus, das Hannovers schönste Fassade aufweist.
Das Philosophenviertel ist zweifellos eine der privilegiertesten und teuersten Wohngegenden der Stadt. Kein Wunder also, dass man dort Marx, Engels oder Feuerbach als große Denker ignorierte.
Hier schreiben Hannoveraner für Hannoveraner. Erfahrt mehr über das Leben in Hannover: über Restaurants, Lifestyle und die zahlreichen Veranstaltungen in der schönen Stadt an der Leine.
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