Der Rote Faden in Hannover ist eine 4,2 km lange Linie, die mit roter Farbe auf das Pflaster gemalt wurde. Wer diesem nachgeht, wird in einem Rundgang automatisch zu den 36 wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt geführt. Stationen dieses Weges sind Objekte der Architektur und Geschichte der Stadt wie beispielsweise das Opernhaus, die Aegidienkirche, das Neue Rathaus sowie die Waterloosäule und die Schlossbrücke am Leineschloss.
Der Rote Faden beginnt am Ernst-August-Platz an der Tourist-Info gegenüber dem Hauptbahnhof und endet am Ernst-August-Denkmal wieder vor dem Hauptbahnhof.
Für Hannover nicht eben ruhmreich ist die Geschichte zur Idee dieser Stadtführungshilfe: So ist der Rote Faden ein Produkt einer Werbekampagne, die 1971 eine Düsseldorfer Agentur entwickelt hatte. Diese hatte zum Ziel, Hannover zu „pimpen“. Damals war nämlich das Ergebnis einer Imagestudie, dass Hannover die langweiligste Stadt Deutschlands und alles viel zu provinziell sei.
Der damalige Jazzorganisator und „Stadtimagepfleger“ Matthias Gehrke gab dann in enger Zusammenarbeit mit der Agentur den Auftrag für den Roten Faden. Diesen hatte damit die Landeshauptstadt allerdings nicht als erste; bereits Jahre zuvor hatte Boston diese Art Führungshilfe.
Doch gibt es weltweit nur sehr wenige Städte, die sich mit dieser Orientierung abheben. Jedes Jahr im Frühjahr wird in Hannover die rote Linie nachgepinselt, wofür ca. 70 Liter Farbe benötigt werden. In Hannover läuft der Pinselstrich behindertengerecht barrierefrei und ermöglicht autarkes Sightseeing für Jedermann.
Übrigens: Der trendige Rote Faden Hannovers hat den Weg ins Internet gefunden. Faulis werden hier virtuelle Stadtrundgänge ermöglicht.
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