Schon im 19. Jahrhundert gab es Pläne, aus den Überschwemmungsgebieten der Flüsse Leine und der Ihme einen See zu schaffen und so die Hochwassergefahr für die Stadt zu verringern. In den dreißiger Jahren wurde das Projekt dann von der NSDAP bereitwillig aufgegriffen – kam es ihnen doch gerade recht.
Denn neben den wasserbautechnischen Gründen war die Schaffung eines stadtnahen Erholungsgebietes vor allen Dingen ein Prestigeprojekt der Nazis, das überdies den Effekt hatte, die nach der Weltwirtschaftskrise dramatisch angestiegenen Arbeitslosenzahlen zu senken. Durch das „Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit“ konnte die Finanzierung des Maschseeprojekts sichergestellt werden, und im März 1934 erfolgte der erste Spatenstich zum Aushub des Seebeckens.
Bis zu 1.650 vormals Arbeitslose schaufelten 780.000 Kubikmeter Erde auf Kipploren. Arbeitsgeräte und –kleidung mussten die Leute selbst stellen, der Wochenlohn betrug 15,50 Reichsmark. Gerne erzählt man sich, dass der Maschsee quasi von Hand ausgehoben wurde – was aber nicht heißt, dass nicht auch technisches Gerät im Einsatz war. Vierzehn Lokomotiven mit 365 Kipploren transportierten den Aushub auf etwa 15 km Gleisanlagen, es gab Bagger und fünf Raupen. Die Bismarcksäule wurde abgerissen, der Seeboden mit Ton abgedichtet. 1936 wurde der See mit einem zeittypischen Massenaufmarsch und einem Feuerwerk eingeweiht. Ein Fährboot ersetzte von nun an den Altenbeekener Damm, der zuvor die Südstadt mit Ricklingen verband.
Im zweiten Weltkrieg wurde der See teilweise abgelassen und mit Planen abgedeckt, um den Bombern der Alliierten die Orientierung zu erschweren. Rund um den Maschsee finden sich noch heute Plastiken in der heroischen Formensprache der Entstehungszeit, unter anderem 1936 die Bronzeplastik des „olympischen Fackelträgers“ auf einer 18,5 m hohen Steinsäule und das „Menschenpaar“ von Georg Kolbe (1939).
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