Leben in Hannover

Zur Zeit wird gefiltert nach: Susanne Mischke

... und plötzlich spricht man über Hannover

15.06.10 | Susanne Mischke

"Hannover hat einen Lauf" überschrieb ein Autor der HAZ dieser Tage einen Artikel, und tatsächlich: in letzter Zeit steht die Stadt immer wieder in den Schlagzeilen, und zwar mal nicht wegen depressiver Torhüter oder einer abstiegsgefährdeten Bundesligamannschaft.

Wir hier, in Hannover,wir wissen ja schon lange, dass es hier ganz wunderbar ist: Man lebt stets nah am Grün, es immer irgendwo was los und man hat kurze Wege und ein hervorragendes öffentliches Nahverkehrssystem, um dorthin zu kommen. Der Hannoveraner an sich ist sowohl weltoffen als auch zurückhaltend, das Plumpvertrauliche ist nicht seine Sache, wohl aber das Herzliche. Und er spricht ein ausgezeichnetes Deutsch! Nun endlich, nach Jahren ignoranter Lästerei, entdecken diese Qualitäten wohl auch gerade die anderen.

Natürlic[...]

Lindens Nachtleben

12.05.10 | Susanne Mischke

Die Bezirke Hannover-Linden-Nord,-Mitte und Süd zählen zu den alternativ und studentisch geprägten Vierteln Hannovers und haben eine Reihe von Clubs, Kneipen und Bars hervorgebracht, die sich deutlich vom Schickimicki-Mainstream in Hannover Mitte unterscheiden.

In der Calenberger Neustadt befindet sich die Glocksee kurz "Glocke" genannt. Hannovers alternativste Disko bietet auf zwei verschiedenen Floors (Cafe und Indiego) freitags und samstags ein jeweils wechselndes Musikprogramm von Dancehall, Dub, Drum n Bass bis Rock und Electro. Außerdem findet jeden Dienstag der "Ruby Tuesday" statt. Dabei kann man verschiedene Liveauftritte mit breitem Musikspektrum genießen, Eintritt frei.

Hannovers andere große Disko in Linden ist die FAUST e.V. (FAbrikUmnutzung und STadtteilkultur). 1991 ist[...]

Gelati und Bücherschrank am Fiedeler Platz

07.05.10 | Susanne Mischke

Auch wenn sich der Frühling dieses Jahr sehr bitten lässt – ein paar warme Tage gibt es ja immer wieder mal, und schon bekommt man Lust auf ein Eis bei Bruno.

Bruno heißt offiziell "La gelateria" und ist die Eisdiele am Fiedeler Platz in Döhren. Jedes Jahr Ende Februar wird das Aufleuchten der großen Neon-Eistüte von den Bewohnern Döhrens sehnlich erwartet. Das ist das Zeichen: der Winter ist bald vorbei. Zum Glück verzichtet Bruno auf abenteuerliche Sorten wie Knoblauch-Eis oder dergleichen Unfug, sondern bietet solide italienische Eiskunst zu 70 Cent die Kugel. Meine Lieblinssorten sind Melone und Haselnuss, am liebsten mit einem Klecks Sahne. An warmen Tagen sind draußen alle Tische besetzt und eine große Traube von Eishungrigen blockiert den Bürgersteig.

Aber Brunos Eisdiele am[...]

Die List - ein Familienparadies?

16.04.10 | Susanne Mischke

Unter den noch halbwegs bezahlbaren Wohnquartieren Hannovers steht die List und sicherlich an erster Stelle. Im Stadtteil List bestehen noch fast die Hälfte der Häuser aus Altbauten die vor 1949 entstanden, was sicherlich einen Großteil ihres Charmes ausmacht. Bevorzugte Lagen sind natürlich die Straßen, die nahe an der Eilenriede liegen – hier kommen die Immobilienpreise denen im Zooviertel schon recht nahe.

Hinter dem Hauptbahnhof beginnt die List, durchzogen von der Lister Meile, einer beliebten Einkaufsstraße, die jedoch architektonisch nicht zu den Glanzpunkten des Viertels gehört. Der Stadtteil List List zählt neben der benachbarten Oststadt und Linden-Nord zu den am dichtesten besiedelten Vierteln. Auf 498 Hektar leben rund 43.000 Menschen, verteilt auf 25.580 Haushalte. Die List[...]

Das MusikZentrum - Keimzelle des Rock

12.04.10 | Susanne Mischke
Der Stadtteil Vahrenwald ist eigentlich nicht das Viertel, in dem man eine Perle der Kultur oder der Subkultur vermuten würde, (im Gegensatz zu Linden oder der Nordstadt), aber eine solche ist das MusikZentrum in der Emil-Meyer-Straße ohne Zweifel.
BigG, Eruption, Musikzentrum Hannover, Vahrenwald, Rockszene
Teile der Band Eruption bei der DC-Release Party von BigG. Foto:S.Mischke

Die Räume nahe der Bahnlinie, die sich auf zwei Gebäude aufteilen, bieten Musikern aller Stilrichtungen die Gelegenheit zu Übung und Auftritt sowie zum Kontakt und Erfahrungsaustausch mit Kollegen. Nicht wenige, auch namhafte, Bands schätzen die technisch gut ausgestatteten, extrem schallgedämmten Tonstudios für hochqualitative Aufnahmen. Zur Verfügung steht ein großer, heller Raum mit  60qm und drei weitere Räume mit Sichtkontakt in den großen Aufnahmeraum.

Das MusikZentrum stellt ein bundesweit ziemlich einmaliges Projekt dar, denn zusätzlich zu den Hauptgebäuden mit Tonstudio und Bühne verfügt das Zentrum über insgesamt 57 Übungsräume, die überall im Stadtgebiet verteilt sind, darunter so originelle Orte wie fünf umgebaute ehemalige Luftschutzbunker, ehemalige öffentliche[...]

Kunst im öffentlichen Raum - Lust oder Last?

31.03.10 | Susanne Mischke
In regelmäßigen Abständen keimt in Hannover die Diskussion um Kunstwerke im öffentlichen Raum auf. Rund 200 Kunstwerke zieren Hannovers Straßen und Plätze. „Zu viele“, meinten jüngst Experten, sprachen von „Übermöblierung“ und verlangten, sieben der Kunstwerke zu entfernen.
Kunstwerke, Straßenkunst
Kunst? Objekt in der List Foto:S. Mischke

Jörg Siewert vom niedersächsischen Kulturministerium sagte gar, die Fülle an Kunst im öffentlichen Raum sei „erschreckend“, sprach von „Kunstbelastung“ und meinte: „Alles wird verkunstet“. Er verlangte mehr temporäre und transistorische Kunst.

Tatsächlich fehlt es der Kommune an Geld, Kunstwerke, die in den siebziger und achtziger Jahren teilweise exzessiv und ohne Berücksichtigung der Folgekosten aufgestellt wurden, zu pflegen.

Im Sommer 2008 wurde eine große Revision der Kunst im öffentlichen Raum angebahnt, die lediglich zu einer Expertengutachtenveröffentlichung führte. Ein hoher fünfstelliger Betrag wurde ausgegeben um Kunstwerke zu restaurieren und zu säubern, allein, man sieht davon nicht viel, außer hier und da einem frisch geschrubbten Sockel, einem umgestellten Objekt oder kleinen[...]

Hannovers Nachtleben Teil 1 - der Raschplatz

29.03.10 | Susanne Mischke
Hannovers erste Partyadresse ist der Raschplatz. Gleich hinter dem Nordausgang des Bahnhofs erstreckt sich der sich im Moment im Umbau befindliche Platz mit diversen Diskotheken, Bars und Kinos.
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Die "Baggi" am Raschplatz - Disko mit Tradition Foto: David Mischke

Allnächtlich –natürlich vor allem am Wochenende- kann man Hannovers Partyvolk beobachten, wie es zum Tanzen, Trinken, Feiern und Flirten in die Clubs auf dem Raschplatz strömt. Aufgerüschte weibliche Teens und Twens stolzieren mit Stöckelschuhen, Minirock, Zigarette im Mundwinkel und selbstgemischtem Wodka-Mixgetränk – zum „Vorglühen“ – in einer PET Plastikflasche über die Steinplatten. Reichlich alkoholisierte Jungmänner grölen die Namen ihrer Freunde und Freundinnen über den Platz und in ihre Handys. Es wird gelacht, geraucht, getrunken, geknutscht.

Das dominante runde Gebäude am Rande der Raschplatz-Hochstraße ist wohl Hannovers bekannteste Diskothek. Die Baggi (offiziell Osho-Disko) besitzt zwei Tanzflächen für Pop, Rock, House und Electro. Wer es etwas fetziger haben will geht ins Pal[...]

Ausflugsziel Deister

16.03.10 | Susanne Mischke
Der Frühling treibt die Hannoveraner aus dem Haus und in die Naherholungsgebiete. Wer sich aus der Winterstarre lösen und mal was anderes sehen möchte als die Eilenriede, setzt sich in die S-Bahn (Linie 1/2) oder ins Auto (Knallharte aufs Rad) und fährt in nicht mal dreißig Minuten bis zu Deutschlands nördlichsten Höhenzügen Deister und Süntel. Zahlreiche Wanderwege bieten hier ein weites Areal, um dem Bewegungsdrang mal wieder zu seinem Recht zu verhelfen – Naturerlebnis inbegriffen.

Zahlreiche Wanderwege bieten hier ein weites Areal, um dem Bewegungsdrang mal wieder zu seinem Recht zu verhelfen – Naturerlebnis inbegriffen.

Steigt man an der S-Bahnstation Egestorf aus, ist man praktisch schon im Wald und hat die Auswahl zwischen der Deisterüberquerung, der Deisterkammwanderung oder auch der Panoramawanderung am Deisterrand entlang. Die Wege am Rand werden gerne von Familien mit kleinen Kindern und von Senioren gewählt, da sie gut ausgebaut und auch mit Kinderwagen zu bewältigen sind.

Doch Wandern und Einkehren gehören zusammen und ein Sonntagsausflug braucht ein Ziel. Auf der höchsten Stelle des Deisters, dem 405 Meter hohen Bröhn, steht der 29 Meter hohe Annaturm. Errichtet auf Veranlassung von Professor Carl Friedrich Gauß im Jahre 1834 zur Landvermessung, dienten die[...]

Das Oscar's - erste Bar am Platze

11.03.10 | Susanne Mischke
Wohin nach der Oper, dem Kino, dem Theater - wohin, wenn man zu späterer Stunde noch ein Getränk in lässig-gepflegter Umgebung genießen möchte?Da gibt es in Hannover eigentlich nur eine Adresse, und die lautet: Georgstraße 54 oder besser bekannt – das Oscar’s. Mit Apostroph.Kaum hat man diesen wunderbaren Mikrokosmos betreten, umfängt einen die warme Atmosphäre: Gespräche, Eiswürfelklirren, das Rasseln des Shakers...
Oscar's, City, Bar, Opernquartier Hannover
Das Oscar's - ein El Dorado für Malt-Whisky-Fans Foto: Günter Krüger

....dazu die Musik: unaufdringlich und basiert auf Jazz, Swing, Blues und Soul. Dazu die gute Laune, die verbindliche, aber nie aufdringliche Art von Thomas Fischer und seinen Leuten.

Die Einrichtung im Oscar's ist klassisch, viel Holz, ein paar Jugendstilelemente und natürlich das mehrere Meter hohe Flaschenregal, das das reichhaltige Sortiment beherbergt. Dass die Cocktails dort erstklassig sind, muss bei einem Laden dieser Kategorie eigentlich nicht extra erwähnt werden, aber es sei hier noch einmal betont. Aber auch ein schlichtes Bier kann man dort zu sich nehmen, oder einen gepflegten Latte Macchiato.

Nicht umsonst wählte der Playboy das Oscar’s zu einer der besten Bars in Deutschland.

Ein besonderes Augenmerk schenkt man im Oscar’s den Whiskys, genauer gesagt den Single-Malts.[...]

Die Wohlfühlstadt in Zahlen

08.03.10 | Susanne Mischke
Jetzt haben wir es schriftlich. Der Oberbürgermeister hat eine aufwändige Studie zur Zufriedenheit von Hannovers Bürgern in Auftrag gegeben, und nun liegt das 250 Seiten starke Werk vor. Um es vorweg zu nehmen: Die Hannoveraner sind mit ihrer Stadt sehr zufrieden, denn 88% der Bevölkerung lebt gern oder sehr gern in dieser Stadt, womit man im Städtevergleich in der Spitzengruppe liegt. Nun aber weiß man auch, wie sich diese Zufriedenheit verteilt.
Südstadt, Hinterhof, hannover,
Hinterhofidyll in der Südstadt Foto:S. Mischke

Am glücklichsten sind die Menschen laut der Studie im Stadtteil Zoo (95%), Kirchrode (94%) und in Waldhausen (94%), was wohl niemanden wundert. Aber auch Wülferode im äußersten Südosten erreicht einen Zufriedenheitswert von 94%, gefolgt von Isernhagen-Süd mit 90% und den Stadteilen Südstadt und Oststadt mit 89%. In Linden Nord und Linden-Mitte ist man mit 84 und 85% auch nicht unzufrieden mit der Lebensqualität, jedoch leben nur 53% der Bewohner von Linden-Süd gerne in ihrem Kiez. Die niedrigsten Werte haben Hainholz (21%), Stöcken im äußersten Nordosten mit 31% und Mittelfeld mit 44%.

Speziell mit „ihrem“ Viertel glücklich sind im Schnitt 77% der Hannoveraner. Am meisten wurde über „Verkehrsprobleme“ geklagt –Baustellen, Staus etc. Dies Problem wird Oberricklingen und Wettbergen am[...]

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